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Pressetext
ãI was born to make you happyÒ
GlŸck oder happiness sind momentan mediale Schlagworte und gelten
als Voraussetzung zur erfolgreichen Integration in unsere Gesellschaft.
†berall wird Selbstverwirklichung und Befreiung des Ichs von Šu§eren ZwŠngen
propagiert. Finden des GlŸcks in sich selbst soll die Lšsung sein Ðoder
zumindest durch einige ergŠnzende Produkte erreicht werden. In der Werbung
strahlen uns happy faces entgegen, die ausdrŸcken sollen, dass durch bestimmte
Kaufobjekte ein erfŸlltes sinnvolles Leben mšglich ist. KonsumgŸter machen
uns laut der Werbeslogans glŸcklich. Dieser Bereich suggeriert, dass GlŸck
ohne bestimmte materielle Dinge nicht existiert. Was macht also glŸcklich,
oder wie kšnnen wir andere glŸcklich machen?
Das ãimmaterielle GutÒ Liebe als GefŸhl wird medial als Lšsung angeboten;
fast jedes Lied im Radio ist ein Liebeslied. Das Thema Liebe wird in unserer
Gesellschaft jedoch oft sehr oberflŠchlich behandelt und kommerzialisiert.
Der Glaube an die selbstlose Liebe kann sich als utopisch erweisen. Rene
Pollesch behauptet in seinem TheaterstŸck ãHŠuser gegen EtuisÒ, dass sich
Menschen gegenseitig Mikrokredite geben und GefŸhle als wirtschaftliches
Gut austauschen. Liebe wird laut Pollesch eingesetzt, um die eigene soziale
Situation zu verbessern oder zu rechtfertigen.
In der Arbeitswelt wird es immer komplizierter sich aufgrund hoher Konkurrenz
und knapper ArbeitsplŠtze sich zu positionieren. Arbeitssuchende versuchen
ihre SelbstprŠsentation mšglichst stark auf die jeweilige Firmenideologie
auszurichten und zu perfektionieren.
NatŸrlich findet man Befriedigungsstrategien auch in alltŠglichen zwischenmenschlichen
Situationen: in Freundschaften, Partnerschaften, im Umgang mit dem jeweiligen
GegenŸber.
Zeitkulturell gibt und gab es unterschiedliche Trends in Bezug auf die
Grundhaltung des GlŸcklichseins. Zu Zeiten der Dekadence war die ãBonjour-
Tristesse HaltungÒ in Mode und Lachen galt als unchic. Momentan haben
wir eine Epoche in der uns vor Freude strahlende schšne Karriere-Menschen
auf jeder Plakatwand entgegenblicken. †berschriften in den Zeitschriften
tragen Titel wie ãVollblut Techniker gesuchtÒ oder ãIch mšchte ein LŠcheln
auf den Gesichtern der Kunden sehenÒ Ðauch Jobausschreibungen oder FirmenportrŠts
werden in diesem Sinne prŠsentiert.
Aufgrund der besonders prekŠren Arbeitssituation, die auf Beziehungen
und Kontakten beruht, ist es nicht verwunderlich, dass im Kreativbereich
oftmals versucht wird Illusionen des erwartungsvollen GegenŸbers, zu befriedigen.
Im Kunstbereich wirkt der provokante Titel ãI was born to make you happyÒ
nicht wirklich provokant, da er oft der RealitŠt entspricht. Der Beziehungsalltag
zwischen KŸnstler, Kurator, Sammler und Ausstellungspublikum wird durch
gegenseitige Erwartungshaltungen und ErfŸllungsstrategien geprŠgt.
Die Bezugnahme auf andere Personen kann jedoch auch positiv interpretiert
werden. Durch egozentrisches im Sinne der eigenen Kunstkarriere agieren,
wird der Austausch zwischen einzelnen kŸnstlerischen Positionen schwierig
gemacht, wodurch bei vielen Ausstellungen die Einzelarbeiten wenig zueinander
passend erscheinen.
Bezugnahmen prŠgen die gesamte Kunstgeschichte und werden auch in derzeitigen
Kunststrategien angewandt. So findet man das Meister- SchŸler VerhŠltnisse,
RŸckbezŸge auf bestimmte ãPioniereÒ der Kunstgeschichte oder das Aufgreifen
einer spezifischen Denkweise und Selbstdefinition eines KŸnstlertypus.
Die Themenstellung der Ausstellung siedelt sich zwischen Affirmation (die
im negativen Fall in †ber-Affirmation ausarten, im positiven aber auch
fruchtbar fŸr beide Seiten sein kann) und Abgrenzung zu Vereinnahmungsstrategien
des Systems Kunst an. Weiters wird die Frage aufgeworfen, warum mache
ich Kunst? Um meiner Selbst Willen oder mšchte ich etwas vermitteln oder
eventuell sogar jemanden ãglŸcklich machenÒ?
Diese widersprŸchlichen Interpretationen werden Raum finden in unserer
Ausstellung.
Nach dem Motto ãdo it yourselfÒ, gestalten wir eine Ausstellung und bieten
KŸnstlerkollegen/innen eine PrŠsentationsmšglichkeit.
Im Einzelnen werden die teilnehmenden KŸnstler/innen sich mit dem Thema
GlŸcksversprechen auseinandersetzen und es erfŸllen oder negieren. Die
Reaktion des Ausstellungspublikums wird zeigen ob wir unser GlŸcksverspechen
halten kšnnen oder nicht.
Die Ausstellung soll Positionen etablierter KŸnstler/innen (vertreten
durch Galerien, Medienraum) und nicht etablierten KŸnstler/innen gegenŸber
stellenund verlinken. Die Beobachtung der dadurch entstehenden Situation
wird zeigen wie ein Austausch zwischen unterschidlichen Ebenen stattfinden
kann.
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